Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
Bitte wählen Sie einen Raum oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
Sitzungsübersicht
Session
C4: Online-Erhebungen in der Evaluation: Anwendungen und Trends
Zeit:
Donnerstag, 22.09.2016:
17:30 - 18:30

Leitung der Sitzung: Dr. Stefan Meyer, Kovalis

Arbeitskreis Strukturpolitik in der Gesellschaft für Evaluation (DeGEval e.V.)


Zusammenfassung der Sitzung

Internet-basierte Technologien eröffnen neue Möglichkeiten der Befragung und Erhebung in der Evaluation, und können abhängig vom Untersuchungsgegenstand, den zu befragenden Personen und des Themas ein gutes Erhebungsinstrument sein. Online-Surveys sind kostengünstig, zeitsparend und zuverlässig, sie erlauben große Stichproben von unterschiedlichen Akteuren und Akteurinnen in einem geographisch unbegrenzten Raum. Neben standardisierten Fragen, können auch qualitative Erhebungsmethoden wie offene Befragungen und Gruppendiskussionen durchgeführt, und elektronisch ausgewertet werden. Eventuelle Nachteile von Online-Erhebungen können der Zugang zu den Teilnehmerinnen, niedrige Rücklaufquoten oder Selektionseffekte sein, die bei der Auswertung berücksichtigt werden sollten.

  • Präventionserhebung 2015 Bayern – Herausforderungen und Policypotenzial,
    Dr. Veronika Reisig MPH, Dr. Joseph Kuhn (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Gesundheitsberichterstattung, Epidemiologie, Sozialmedizin)
    Dr. Stefan Loos (IGES Institut GmbH)

    2015 wurde in Bayern eine breit angelegte Bestandsaufnahme der Präventionslandschaft durchgeführt, um eine aktuelle Datenbasis für die Weiterentwicklung der Prävention in Bayern zu schaffen. Die wichtigsten Präventionsakteure (Institutionen) wurden online befragt, der kommerzielle und bürgerschaftliche Sektor mit einer großen Dichte kleiner Anbieter durch explorative Experteninterviews erfasst. Die Wahl von Akteuren statt Projekten als Untersuchungseinheit ermöglichte das Abbilden akteursspezifischer Gesichtspunkte. Schwer bestimmbar waren dagegen Aspekte wie die Quantität von Maßnahmenarten oder der Umfang erreichter Zielgruppen. Ebenso eingeschränkt war die quantitative Auswertung maßnahmenbezogener Merkmale z.B. zu Zielgruppen und Themen.
  • Nutzen, Wirkung und Nachhaltigkeit von Real-Time Online-Evaluation und Prozessteuerung
    Günter Schiepek

    Die Verfügbarkeit neuer Internet-basierter Technologien der Prozess- und Outcome-Erfassung eröffnet umfassende Möglichkeiten der Prozesssteuerung. Fragebögen können dabei in unterschiedlichen, frei einstellbaren Zeitintervallen vorgelegt werden (z.B. Prä-Post, wöchentlich, täglich). Während üblicherweise die Validität und Normierung von Messinstrumenten (z.B. Fragebögen) betont wird, kommt es hier auch substanziell auf die Abtastfrequenz (sampling rate) an. Vor allem nichtlineare und nichtstationäre Prozesse (Phasenübergänge, kritische Fluktuationen, Synchronisationsmuster) erfordern eine hochfrequente und äquidistante Abtastrate (im Bereich von Therapie und Beratung z.B. tägliche Einschätzungen), wobei diese normiert werden sollte, um zu vergleichbaren Aussagen zu kommen. Nur so können vergleichbare Aussagen über sudden gains, sudden losses, rupture-repair Sequenzen, usw. gemacht werden. Dabei können solche Monitoring-Verfahren auch genutzt werden, um Prozesse mittels real-time Feedback zu steuern und verschiedene Lernprozesse (z.B. der Emotionsregulation, Selbstmotivierung, Mentalisierung) anzuregen. In verschiedenen Studien konnten therapeutische und prozesskatalysierende Effekte des Therapiefeedbacks belegt werden. Wissenschaftstheoretische Fragen ergeben sich z.B. zu reaktiven Messungen, denn prozesskatalysierendes Monitoring ist reaktiv und soll gleichzeitig valide Daten liefern (ein Widerspruch?). Auch lassen sich die Philosophien qualitativer und quantitativer Forschung zu einer Synthese bringen.

Schlagwörter: Online-Befragung, online-Survey, Internet-basierte Technologien, Experteninterview, standardisierter Fragebogen, offene Fragen, real-time Feedback, qualitative Forschung, quantitative Forschung


Präsentationen

Präventionserhebung 2015 Bayern – Herausforderungen und Policypotenzial

Veronika Reisig1, Stefan Loos2, Joseph Kuhn1

1Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim, Deutschland; 2IGES Institut GmbH, Berlin, Deutschland; veronika.reisig@lgl.bayern.de

Reisig-Präventionserhebung 2015 Bayern – Herausforderungen-148Einzel.docx

Nutzen, Wirkung und Nachhaltigkeit von Real-Time Online-Evaluation und Prozessteuerung

Günter Schiepek

Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg, Österreich; guenter.schiepek@ccsys.de

Schiepek-Nutzen, Wirkung und Nachhaltigkeit von Real-Time Online-Evaluation und Prozessteuerung-181Einzel.docx